In 18 Jahren brauchen wir eine neue Erde - so war es gestern auf t-online zu lesen. Spätestens wenn man die folgenden Zeilen gelesen hat, könnte man beginnen, ein wenig umzudenken im Hinblick auf die eigene Lebensweise und Ernährung:
Der Mensch beutet die natürlichen Ressourcen
der Erde gnadenlos aus. Immer mehr verdrängt er Tiere und Pflanzen und
breitet sich in ihren Lebensräumen aus. Die Folgen: Artensterben,
Umweltkatastrophen, Überfischung Wasserknappheit und Extremwetter. Lebt
die Menschheit weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 - also
bereits in 18 Jahren - zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung,
Wasser und Energie zu decken.
Bis zum Jahr 2050 würde sogar
die dreifache Menge an Ressourcen verbraucht. Das sind die Ergebnisse
des "Living Planet Report 2012", einer zweijährig erscheinenden
WWF-Studie zum Gesundheitszustand der Welt.
"Leben über unsere Verhältnisse"
"Wir
sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen. Das Bevölkerungswachstum weltweit
hält an und alle zusammen leben wir deutlich über unsere Verhältnisse.
Wenn wir im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen versorgen wollen, ist es
dringend Zeit zu handeln", warnt Eberhard Brandes vom Vorstand des WWF
Deutschland. Um an aussagekräftige Daten zu gelangen, misst der
"Living Planet Report" einerseits den Zustand der Ökosysteme unserer
Erde durch Beobachtung der Bestände von 2700 Tierarten sowie die
Bestände von insgesamt 9000 weiteren Tierpopulationen; darunter Vögel,
Reptilien, Amphibien und Fische. Der "ökologische Fußabdruck" auf der
anderen Seite gibt den Umfang der Beanspruchung der Ökosysteme durch den
Menschen an.
Resultat: "Umweltkatastrophen,
Lebensraumzerstörung, Artenschwund und Wasserknappheit sind die
dramatischen Folgen dieser Entwicklung", so Brandes.
Deutschland liegt auf Platz 30
Die
zehn Länder mit dem größten Ressourcenverbrauch pro Kopf sind demnach
Katar, Kuwait, die Vereinten Arabischen Emirate, Dänemark, die USA,
Belgien, Australien, Kanada, die Niederlande und Irland. Deutschland
liegt auf Platz 30. Hätten alle Menschen den Umweltverbrauch eines
Deutschen, wären momentan schon 2,5 Erden zur Bedarfsdeckung nötig."Das Wachstum wohlhabender Staaten
findet auf Kosten der ärmsten Länder statt, die häufig am meisten
natürliche Ressourcen beisteuern und selbst am wenigsten verbrauchen.
Natur muss endlich einen Preis haben und die natürlichen Ressourcen im
internationalen Finanzsystem berücksichtigt werden. Wenn wir jetzt nicht
handeln, wird das 21. Jahrhundert zu einem Jahrhundert der
Umweltkatastrophen", sagt Brandes. Der Report bestätigt auch die
Tendenz, dass die Bestände der Wirbeltiere seit mehr als 40 Jahren
schrumpfen. Die weltweite Artenvielfalt ist demzufolge um 30 Prozent
seit 1970 geschrumpft, in tropischen Regionen durchschnittlich sogar 60
Prozent. Besonders dramatisch ist der Verlust in den tropischen Flüssen
und Seen – hier hat sich der Index um 70 Prozent verschlechtert. "Die
Ursachen für den Artenverlust sind die Zerstörung der Lebensräume vieler
Tiere und Pflanzen, die Umweltverschmutzung, der Klimawandel und auch
invasive Arten, die durch den weltweiten Verkehr in neue Regionen
gelangen und heimische Arten verdrängen", erläutert der WWF.
Dramatischer Rückgang der Arten
Im
Report werden zahlreiche Beispiele für den Artenschwund aufgeführt: So
ist die Zahl der Tiger seit 1980 um 70 Prozent zurückgegangen. Heute
gibt es weltweit noch 3000 bis 3500 frei lebende Exemplare. Besonders
bedroht sind die Tiere auf Sumatra und in Malaysia. Grund: Wilderei,
weniger Beutetiere und Abholzung der Wälder. "Unser Ziel ist es, die
Tigerzahlen im nächsten Jahrzehnt wieder zu verdoppeln. Und das nicht
nur durch Schutzgebiete vor Ort", sagt Brandes. Dramatisch ist die
Entwicklung auch bei den Flussdelfinen, die im Amazonas, aber auch im
Ganges, Mekong oder Jangtse leben. Mit Ausnahme des Indus-Delfins, der
offenbar von einem Fangverbot profitiert, schrumpfen die Bestände seit
Jahrzehnten rapide. Immer mehr Dämme, Überfischung, Umweltverschmutzung
sind Gründe dafür, dass der Baiji-Flussdelfin in China nun als
ausgestorben gilt. Bekanntestes Opfer der Überfischung
im Atlantik ist der Kabeljau: In den vergangenen 50 Jahren gingen seine
Bestände um 74 Prozent zurück. Die stärksten Verluste gab es im
Nordwest-Atlantik. Vor Schottland leben kaum mehr als drei Prozent der
Menge, die dort vor der industriellen Fischerei zu finden waren. Der
im Südatlantik beheimatete Wanderalbatros ist seit 1972 zahlenmäßig im
Sinkflug: Für die Halbierung seiner Bestände sei vermutlich vor allem
die Langleinen-Fischerei verantwortlich, in deren Ausrüstung sich die
Vögel fatal verfangen. Der WWF zählt rund 30 Arten auf, die
endgültig komplett oder in der Natur ausgestorben sind - darunter das
Java-Nashorn in Vietnam, dessen letztes Exemplar 2011 von einem Wilderer
erlegt wurde, die in Costa Rica vorkommende Goldkröte, chinesische
Weißhandgibbons oder der Waldrons Roter Stummelaffe in Ghana und der
Elfenbeinküste. Hauptgründe auch hier: Lebensraumzerstörung durch
Waldrodung, Straßenbau und Landwirtschaft. Die tatsächliche Menge
ausgestorbener Arten ist jedoch wesentlich größer, da mit gut zwei
Millionen nur ein Bruchteil der Gesamtartenzahl bekannt ist, die auf bis
zu 100 Millionen geschätzt wird.
Herzlichst
Irmgard Bronder
MentalPraxis KraftQuelle Selbst
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