In letzter Zeit höre ich in der Praxis des öfteren von den Problemen der Eltern mit Kindern im Alter zwischen 12 und 16 Jahren. Vielleicht trifft dies bei mir zur Zeit auf Resonanz, da meine Kinder ja auch in diesem schönen Alter sind... Ich habe daher hier mal ein paar hilfreiche Gedanken für alle Mütter und Väter zusammengefaßt für diese besondere Zeit mit Deinem Kind:
- Respektiere Dein Kind - auch wenn es eine andere Auffassung der Dinge hat als Du. Manchmal möchte es erwachsen sein - manchmal möchte es noch Kind sein.
- Dein Kind möchte Freude und Spaß mit Dir haben und auch das Gefühl, dass sein Zuhause sicher ist und ihm Geborgenheit schenkt.
- Manchmal muss Dein Kind auch eigene Entscheidungen treffen und eigene Fehler machen, um daraus auch lernen zu dürfen. Übergib ihm auch die Verantwortung so manchesmal und übernimm nicht mehr alle Verantwortung.
- Eltern müssen auch nicht in wirklich allem besser sein als ihre Kinder. Verurteile Dein Kind nicht. Es muss auch nicht immer Deiner Auffassung sein - habe manchmal auch Geduld und warte ab, bis Dein Kind Dich um Hilfe bittet.
- In dem Prozeß des Erwachsenenwerdens und der Orientierung ist es auch natürlich, dass mal Launigkeit, Genervtheit und Frustiertheit eine Rolle spielen dürfen. Akzeptiere dies einfach und bleibe in einer Beobachterolle.
- Du wirst feststellen, dass Dein Kind, wenn es das Gefühl hat, sich Dir anvertrauen zu können auch mit Dir über seine Probleme einfach nur reden möchte - ohne dass Du sie für Dein Kind lösen möchtest.
- Vertraue! Vertraue Deinem Kind, dass es seine Arbeit macht - glaube an Dein Kind, dass es seinen eigenen Weg gehen kann.
- Als Kind muss man ständig von Anfang an lernen. Zeige ihm als Vorbild, dass auch Du manchmal ungeduldig sein kannst und auch mal gefühlt viel Energie in neue Dinge reinsteckst.
- Sofern Dir das Umfeld Deines Kindes Sorgen macht: Frag' es doch einfach mal, was es an seinen Freunden mag. Welche besonderen Eigenschaften diese haben, die Dein Kind vielleicht (noch) vermisst. Bleib ganz offen dabei.
- Überfordere Dein Kind nicht, indem Du es ständig an seine Arbeiten (Hausaufgaben, Hausarbeiten etc., Ordnung halten etc.) erinnerst. Lass ihm ein wenig Freiraum, dies zu erledigen.
- Sollten dennoch mal ernsthafte Worte notwendig sein, erkläre Deinem Kind auch das Warum und das Wieso, damit es wenigstens versuchen kann, Dich zu verstehen. Und bei solchen Gesprächen benötigt Dein Kind etwas ganz besonders dennoch: Eine herzliche Umarmung!
- Gib Deinem Kind die ernsthafte Chance zu lernen, wie es mit den Herausforderungen des Lebens umgeht. Rede mehr mit Deinem Kind und höre hin (nicht zu!).
- Richte Deine Aufmerksamkeit auf die Dinge, die Du besonders magst an Deinem Kind! - statt auf die Dinge, die nach Deiner Auffassung anders sein sollten....
- Dein Urteil und Deine Worte haben immer eine große Bedeutung für Dein Kind. Es wird sich immer daran erinnern!
- Halte Dir auch vor Augen, dass Du Dein Kind ganz tief in Deinem Herzen liebst und dass auch Dein Kind Dich ganz tief in seinem Herzen lieb hat.
Und noch ein letztes: Genau so wie Du vielleicht glaubst, dass Du ein Problemkind hast - ebenso glaubt Dein Kind vielleicht, dass es Problemeltern hat... Also, suche die Kommunikation auf dieser Ebene mit Deinem Kind und erinnere Dich an Deine eigene Zeit in diesem Alter. Wir alle wollten doch im Grunde genommen nur eines: Uns entwickeln! Das, was da in uns verborgen ist, wollte sich entfalten, entwickeln. Gib' Dir jetzt im Erwachsenendasein, auch mal wieder die Chance "Kind" zu sein und in Dich hineinzulauschen, was da auf Befreiung wartet, was in dieser damaligen Zeit vom Umfeld "verschüttet" wurde. Dann gelingt es besser, Deinem Kind mit liebevoller Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Verständnis zu begegnen und es hilfreich auch durch diese Zeit zu begleiten ;-))
Herzlichst
Irmgard Bronder
MentalPraxis KraftQuelle Selbst
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